Fotomontage mit Porträtbild von Stephan Holzem vor blauem Hintergrund, daneben in weißer Schrift sein Statement: "2028 endet 2G - viele Zehntausend Übertragungsgeräte verlieren ihre Funktionalität."

Nur noch gut zwei Jahre bis zur Abschaltung von 2G. Ist die Sicherheitsbranche ausreichend darauf vorbereitet, und was ist jetzt zu tun? Das erklärt der Experte Stephan Holzem von TAS Sicherheits- und Kommunikationstechnik hier im Kurzinterview.

Stephan Holzem ist auch einer der fachkundigen Referenten auf der diesjährigen VdS-Fachtagung „Sicherheitsfachtagung – Sicherheit für Privat, Gewerbe und Industrie“ am 18. und 19.06.2026 in Köln und online. Dort erfahren Sie mehr zu diesem und vielen weiteren aktuellen Themen und profitieren vom Austausch mit Referierenden und Teilnehmenden sowie von der begleitenden Fachausstellung.

Das Kurzinterview:

Herr Holzem, was bedeutet die Abschaltung von 2G für die Sicherheitsbranche?

Die geplante Abschaltung des 2G-Netzes stellt die Sicherheitsbranche vor große Herausforderungen. Noch immer senden bundesweit viele zehntausend Alarmanlagen ihre Meldungen ausschließlich über 2G. Telekom und Vodafone haben die Abschaltung verbindlich für Juni bzw. September 2028 angekündigt. Damit bleiben weniger als 30 Monate, um sämtliche 2G-Geräte zu modernisieren.

Das klingt zunächst nach ausreichend Zeit – tatsächlich müssen jedoch jeden Monat mehrere tausend Geräte vor Ort umgerüstet oder komplett ausgetauscht werden. Das erfordert eine frühzeitige, strukturierte und zügige Planung.

Was sind gute Alternativen?

Am wirtschaftlich sinnvollsten ist die Modernisierung auf das gut ausgebaute und langfristig verfügbare 4G.

Besonders geeignet ist die Narrowband‑Kategorie CAT‑M oder die Kategorie CAT‑1, abhängig davon, ob es hohe Bandbreitenanforderungen gibt oder Sprachdienste benötigt werden.

Geeignete 5G-Technologien wie „5G‑RedCap“ oder „5G‑eRedCap“ stehen derzeit noch nicht in ausreichend wirtschaftlicher Form für Großserien zur Verfügung. Zudem sind die entsprechenden Dienste netzseitig noch nicht flächendeckend verfügbar.

Gibt es Berührungspunkte zum Cyber Resilience Act (CRA)?

Ab Ende 2027 müssen alle Produkte mit digitalen Komponenten die Vorgaben des Cyber Resilience Act erfüllen. Die Modernisierung der Übertragungstechnik fällt zeitlich genau in diese Phase – daher lohnt es sich, schon jetzt auf Geräte zu setzen, die die CRA-Anforderungen spätestens zum Stichtag erfüllen.

In jedem Fall ist es ratsam, sich frühzeitig mit dem jeweiligen Hersteller abzustimmen, um spätere Engpässe oder Überraschungen zu vermeiden.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Holzem!

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